In der ersten Klasse (1. C) führten wir im heurigen Schuljahr 2009/2010 geschlechtssensiblen Unterricht durch.
Dabei wurden die Schüler/innen in Mädchen und Burschen aufgeteilt und wir versuchten in mehreren
Unterrichtseinheiten ihre geschlechtssensible Wahrnehmung zu verstärken. Das heißt, dass zunächst
einmal einige geschlechtsspezifische Klischees „abgeklopft“ wurden und wir zu überprüfen versuchten,
ob überhaupt etwas (und wenn ja – was) hinter diesen Vorstellungen steckt. Auch Übungen zur Selbst-
und Fremdeinschätzung von Mädchen und Burschen führten wir durch und versuchten anschließend zu den
Gemeinsamkeiten vorzudringen, um letztendlich nicht nur die Klassengemeinschaft zu erhöhen, sondern
auch – soweit in einer ersten Klasse schon möglich – die Selbsteinschätzungsfähigkeiten der Schüler/innen
zu stärken, um so insgesamt eben zu einem besseren und konstruktiveren Miteinander zu kommen.
Mag. Wolfgang Skala
Wer, besonders unter den erwachsenen Lesern dieser Zeilen, hat nicht schreckliche Erinnerungen an seine Schulzeit und dabei besonders an langweiliges Aufsatzschreiben im Deutsch-Unterricht. Zu einem gewissen Teil sind bestehende Vorurteile gegen gewisse Aufsatzgattungen durchaus berechtigt - auch ich als Germanist habe solche alptraumhaften Erinnerungen an meine eigene Jugend (unglaublich, ein Lehrer ist auch einmal Schüler gewesen, wer hätte das gedacht?). Zum Glück lässt uns der Lehrplan gewisse Freiräume, und so wird im Unterricht der dritten Klasse der Phantasie der Schülerinnen und Schüler noch einmal so richtig Platz eingeräumt: Es geht um die Reportage - und damit alle beweisen können, dass sie ihre Brötchen schon als Journalisten verdienen könnten, simuliert man den harten Alltag des Reporters, der per Telefon nur ein paar dürftige Fakten eines Ereignisses erfährt und daraus nun die tollste Story schlechthin "basteln" muss. Leider zeigt sich dabei, dass die Medien unsere Jugendlichen ziemlich verbilden - ich meine damit ganz besonders das Fernsehen und die meisten Video-Spiele, sodass man als Lehrer verdammt aufpassen muss, welche "Fakten" man erfindet, um Blutbäder, Schießereien oder Amokläufe und ähnlich Feinheiten zu vermeiden. Die folgende "Erfolgsstory" von Michael Plank aus der 3A - eine mit "Sehr gut" beurteilte Schularbeit - entspringt nun aus folgenden ziemlich absurden Fakten: Schneesturm / Verkehrschaos / Rettungsauto / Frühgeburt...
Mag. Walter Hollmann
Am Freitag, dem 22. Oktober, bringt Hermann Maiers Freundin in einem Schneesturm
auf der Südost - Tangente in Wien ein Kind zur Welt. Mitten im Verkehrschaos
- das durch einen Schneesturm verursacht wird - bringt Hermann Maiers Freundin
Petra ein Kind zur Welt. Hermann ruft kurz nach Eintreten der heftigen Wehen
ein Rettungsauto. Er meint nämlich etwas scherzhaft: "Ich weiß zwar, wie ich
die Bindung meiner Schi demontiere, aber, nicht, wie man ein Baby entbindet."
Die Ärzte geben zu bedenken, dass die Schwangerschaft erst acht Monate gedauert
habe und somit eine Frühgeburt zu erwarten sei. Für den Jungen, dem man den
Namen Hermann Junior gegeben hat, ist es Gott sei Dank nicht nötig, dass er
seine ersten Lebenstage im Brutkasten verbringt.
Die ersten Worte der neuen Mutter nach der Geburt ihres Sohnes:"Hermann
wo bist du gewesen, als ich dich am dringensten gebraucht habe?"Unser Superstar
beruhigte seine Freundin und meinte:"in Ohnmacht."Darauf müssen
alle Anwesenden laut lachen.Der kleine Hermann Junior wird sicher noch eine
aufregende Zukunft vor sich haben.
Michael Plank